Neuer Name für die Mittelschule Murnau von Regierung von Oberbayern befürwortet

Murnau a. Staffelsee, 1. Februar 2016 – Die Mittelschule Murnau erhält einen neuen Namen: Christoph-Probst-Mittelschule Murnau a. Staffelsee. Die Regierung von Oberbayern befürwortet dies, sodass die Namensänderung mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Offiziell wird sie Mitte Juli 2016 im Rahmen eines Festaktes gefeiert, bei dem auch die Familie von Christoph Probst und zahlreiche weitere Ehrengäste anwesend sein werden. „Sein Widerstand ist Symbol für Toleranz, Humanität und Zivilcourage. Wir möchten mit dieser Namensgebung ein Zeichen für Demokratie und Freiheit setzen“, so Erster Bürgermeister Rolf Beuting. „Und darüber hinaus ist dies ein Schritt die NS-Vergangenheit Murnaus zu bewältigen.“ Peter Hälterlein, Leiter der Mittelschule Murnau, und das Schulforum der Mittelschule hatten sich am 9. Oktober 2015 einstimmig für eine Umbenennung ausgesprochen und den Antrag beim Marktgemeinderat eingereicht. Dieser stimmte am 22. Oktober 2015 ebenfalls geschlossen für den neuen Namen.

Christoph Probst (1919-1943) wurde in Murnau geboren. Seine Eltern, seine Stiefmutter, die Jüdin war, und sein bester Freund, Alexander Schmorell, ein Russe, prägten sein Weltbild entscheidend. Menschenwürde, Toleranz, kritisches Denken und geistige Bildung besaßen für Christoph Probst einen hohen Stellenwert. Während des Zweiten Weltkriegs erfuhr er als Medizinstudent von den Gräueltaten der Nationalsozialisten und schloss sich fortan der Widerstandsgruppe Weiße Rose um Hans und Sophie Scholl an. Er verfasste den Entwurf für das siebte Flugblatt, in dem er u. a. den sinnlosen Tod von 200.000 deutschen Soldaten in Stalingrad, die Vernichtung der Pol_innen und Russ_innen sowie die Ausrottung der Jüdinnen und Juden anprangerte. Aufgrund dieses Entwurfs, den Hans Scholl bei seiner Festnahme 1943 bei sich trug, geriet auch Probst ins Visier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Obwohl er verheiratet und Vater dreier Kinder war, wurde er am 22. Februar 1943 zusammen mit den Geschwistern Scholl nach einem Schauprozess zum Tode verurteilt und von den Nationalsozialisten im Gefängnis München-Stadelheim ermordet. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Perlacher Forst in München. Sein Erbe zu bewahren und der Gräueltaten der Nationalsozialisten zu gedenken, dafür setzt sich heute das Werdenfelser Bündnis ein.

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